Von der Kühlschrankzone bis zum Fermentierglas. Alles, was Sie zur Lebensmittellagerung zuhause wissen sollten.
Wer einmal verstanden hat, wie ein Kühlschrank Kälte verteilt, legt Lebensmittel anders ein. Die kälteste Zone liegt direkt über dem Gemüsefach, also im unteren Drittel des Hauptraums. Dort gehören Fleisch, Fisch und frischer Käse hin.
Das mittlere Fach hat stabile Temperaturen zwischen 4 und 6 Grad. Hier sind Milchprodukte, gegarte Speisen und Eier gut aufgehoben. Das obere Fach ist wärmer, ideal für Butter, Weichkäse und Lebensmittel, die keine starke Kühlung brauchen.
Viele Menschen lagern Milch in der Kühlschranktür. Das ist ungünstig. Die Tür hat die wärmsten und schwankendsten Temperaturen im gesamten Kühlschrank, weil sie sich regelmäßig öffnet. Gut geeignet für die Tür sind Butter, Saucen, Getränke und Konserven nach dem Öffnen.
Das Gemüsefach am Boden des Kühlschranks ist speziell. Es hält eine höhere Luftfeuchtigkeit und leicht höhere Temperaturen als der Rest. Das schützt empfindliche Blätter und Stängel vor dem Austrocknen. Trotzdem gehören nicht alle Gemüsesorten dort hinein.
Paprika, Zucchini und Gurken mögen Kühle, aber keine Nässe. Tomaten, Auberginen und Zitrusfrüchte sind kälteempfindlich und sollten lieber bei Raumtemperatur gelagert werden.
Eine der häufigsten Fragen ist: Was gehört in den Kühlschrank, und was besser nicht? Die Antwort hängt von Ethylen, Kälteempfindlichkeit und Feuchtigkeit ab.
Viele Früchte, besonders Äpfel, Birnen und reife Bananen, geben das Gas Ethylen ab. Dieses Gas beschleunigt die Reifung anderer Früchte und Gemüse in der Nähe. Wer Äpfel und Kiwis zusammen lagert, hat schnell überreife Kiwis.
Ethylenempfindliche Lebensmittel sind unter anderem Blattgemüse, Karotten, Brokkoli und Kräuter. Diese sollten von Ethylen-Produzenten getrennt aufbewahrt werden.
Tomaten sind das bekannteste Beispiel. Im Kühlschrank verlieren sie ihren aromatischen Geschmack, weil Kälte die Reifeprozesse blockiert, die für das Aroma verantwortlich sind. Ähnliches gilt für Gurken, Auberginen, Zucchini und frische Kräuter wie Basilikum.
Kartoffeln gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Kälte wandelt die Stärke in Zucker um, was den Geschmack verändert und beim Erhitzen gesundheitlich bedenkliche Stoffe entstehen lassen kann.
Erdbeeren halten im Kühlschrank auf einem Küchenpapier doppelt so lange wie auf der Obstschale. Spargel hält sich aufrecht in einem Glas mit etwas Wasser deutlich länger. Frische Kräuter wickeln Sie in ein leicht feuchtes Tuch. Solche einfachen Anpassungen machen einen großen Unterschied.
Einkochen bedeutet: Lebensmittel in Gläser füllen, verschließen und erhitzen. Die Hitze tötet Mikroorganismen ab. Der entstehende Unterdruck beim Abkühlen sorgt für einen luftdichten Verschluss. So können Früchte, Gemüse und Saucen monatelang haltbar gemacht werden.
Fruchtige Produkte wie Erdbeerkonfitüre, Apfelmus oder Tomatensauce sind einfache Einstiege. Sie haben einen niedrigen pH-Wert durch ihren natürlichen Säuregehalt, was das Wachstum von Bakterien erschwert. Gemüse ohne Säure ist anspruchsvoller und erfordert höhere Temperaturen oder Zugabe von Essig.
Gläser und Deckel müssen sauber und heiß ausgespült werden. Risse oder Absplitterungen am Glasrand verhindern eine zuverlässige Versiegelung. Nach dem Einkochen sollten Gläser, bei denen der Deckel nicht nach innen gewölbt ist, sofort verbraucht werden, da der Unterdruck fehlt.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass beim Einkochen von Gemüse ohne Säure das Botulismus-Toxin entstehen kann, wenn die Temperaturen nicht hoch genug sind. Für solche Produkte sind Einkochtöpfe mit kontrollierbarer Temperatur oder Druckkocher besser geeignet als einfaches Wasserbad.
Eingekochte Gläser gehören dunkel, kühl und trocken gelagert. Licht beschleunigt den Abbau von Vitaminen und kann die Farbe verändern. Ein Keller oder Vorratsschrank ist ideal. Einmal geöffnet, sollte der Inhalt innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Beim Fermentieren von Gemüse braucht man im Grunde drei Dinge: Gemüse, Salz und Zeit. Milchsäurebakterien, die auf der Oberfläche des Gemüses natürlich vorkommen, wandeln Zucker in Milchsäure um. Diese macht das Ferment sauer und schafft damit ein Umfeld, in dem Fäulnisbakterien nicht überleben können.
Das Gemüse wird kleingeschnitten, mit Salz vermengt und so fest in ein Glas gestopft, dass der austretende Saft das Gemüse vollständig bedeckt. Dieser Schritt ist entscheidend: Kontakt mit Luft begünstigt Schimmel. Was unter der Flüssigkeit liegt, fermentiert sicher.
Die richtige Salzmenge liegt nach gängigen Empfehlungen bei etwa 2 Prozent des Gemüsegewichts. Zu wenig Salz fördert unerwünschte Bakterien, zu viel hemmt die Fermentation insgesamt.
In den ersten 24 bis 48 Stunden entweicht Kohlendioxid. Das erklärt das Blubbern. Das Glas sollte nicht vollständig verschlossen sein, damit der Druck entweichen kann. Nach drei bis sieben Tagen bei Raumtemperatur ist ein junges Ferment entstanden. Mit längerer Zeit bei kühleren Temperaturen wird es milder und komplexer im Geschmack.
Weißer, flockiger Belag an der Oberfläche ist meistens Kahmhefe und kein Schimmel. Er lässt sich abnehmen. Farbiger Schimmel, also grün, schwarz oder rosa, bedeutet, dass das Ferment entsorgt werden sollte. Geruch hilft bei der Einschätzung: Säuerlich-frisch ist gut. Faulig oder unangenehm ist ein klares Warnsignal.
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum. Es ist das Datum, bis zu dem ein Hersteller unter bestimmten Lagerbedingungen die einwandfreie Qualität eines ungeöffneten Produktes zusichert. Danach ist das Produkt nicht automatisch ungenießbar oder gefährlich.
Es gibt zwei verschiedene Datierungen auf Lebensmitteln. Das MHD ("mindestens haltbar bis") gibt die Qualitätsgarantie an. Das Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis"), erkennbar an der Formulierung "zu verbrauchen bis", ist ein Sicherheitsdatum und steht auf leicht verderblichen Produkten wie rohem Fleisch und Fisch. Beim Verbrauchsdatum sollte man sich strenger halten.
Trockene Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Mehl, Zucker, Salz, Honig und Hülsenfrüchte halten deutlich länger als auf der Packung angegeben, sofern sie trocken und verschlossen gelagert wurden. Ein leicht überschrittenes MHD bei diesen Produkten bedeutet in der Regel nur, dass sich Geschmack oder Konsistenz etwas verändert haben könnten.
Bei Milch, Joghurt und Quark sind wenige Tage nach dem MHD oft noch kein Problem, wenn das Produkt ungeöffnet kühl gelagert wurde und gut riecht. Einmal geöffnet, sollte man das Produkt innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen, unabhängig vom MHD.
Riechen, schauen, kosten. Diese drei Schritte helfen bei der Einschätzung. Ein Joghurt, der komisch riecht, ist auch innerhalb des MHD nicht mehr gut. Ein Mehl, das drei Monate nach dem MHD noch gut riecht und keine Klumpen hat, ist höchstwahrscheinlich noch verwendbar. Das MHD ist ein Hilfsmittel, kein Befehl.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei der Beurteilung von Lebensmitteln die eigenen Sinne einzusetzen und nicht reflexartig auf das Datum zu reagieren. Das reduziert Lebensmittelverschwendung erheblich.